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Alternde Bevölkerung schafft Arbeit
Die Bevölkerungspyramide in Deutschland steht Kopf. Krankenschwestern und Pfleger werden gesucht.
© Peter Ilg, Monster, 20.8.2008
Mit zunehmendem Alter steigt das Krankheitsrisiko. Gelenke verschleißen, Arterien verstopfen. Weil die Bevölkerung immer älter wird, ist die Medizin ein Betätigungsfeld, das beste Zukunftsperspektiven hat. Ob nun als Mediziner, Pharmazeut oder Medizintechniker.
Als Heinz Krall* in den Sechzigern zur Welt kam, war er einer von vielen. Die Geburtenrate in Deutschland war hoch. Im Schnitt brachte jede Frau im Durchschnitt zwei bis drei Kinder auf die Welt. Dann war Schluss mit dem Babyboom und die Rate sank rapide ab. Heute liegt der Schnitt bei einem Kind. Wenn Heinz Krall im Jahr 2025 in Rente geht, wird er wieder einer von vielen sein. Denn die Zahl der Älteren nimmt zu, während die Zahl der Jüngeren beständig abnimmt. Dieser demografische Wandel hat Auswirkungen auf die künftige Arbeitsmarktsituation von Medizinern, Pharmazeuten und Medizintechnikern.
Bedarf an Gynäkologen und Hebammen geht zurück
Die Bevölkerungspyramide in Deutschland steht Kopf. Schon seit dreißig Jahren liegt die Zahl der Sterbefälle über der der Geburten. Parallel dazu steigt die Lebenserwartung an. Noch herrscht die sprichwörtliche Ruhe vor dem Sturm. Zwischen 2010 und 2020 wird die Zahl der Erwerbstätigen noch einmal um eine Million auf insgesamt 37 Millionen steigen. Ab 2020 setzt der Rückgang der Erwerbsbevölkerung aber mit voller Wucht ein: von 2020 bis 2050 wird diese Quote um rund sieben Millionen schrumpfen und unter die 30 Millionen-Marke rutschen. Im Jahr 2035 wird fast jeder zweite Deutsche älter als 50 Jahre sein.
Bei weiter rückläufigen Geburtenraten werden in der Medizin in Zukunft zum Beispiel deutlich weniger Gynäkologen, Hebammen oder Geburtshelfer gebraucht. Dafür steigt der Bedarf an Neurologen. Denn je älter die Gesellschaft wird, umso mehr steigt die beispielsweise die Anzahl von Schlaganfällen, Parkinson- und Alzheimerpatienten.
Demografischer Wandel und steigende Lebenserwartung
"Der demografische Wandel und vor allem die immer noch stetig steigende Lebenserwartung werden dazu führen, dass Krankheiten, die typischerweise erst im Rentenalter auftreten, wesentlich häufiger werden", prognostiziert Dr. Siegfried Throm, Geschäftsführer des Bereiches Forschung, Entwicklung, Innovation im Verband im Verband forschender Arzneimittelhersteller (VFA). Deshalb richte die Pharmaindustrie ihre Forschung schon jetzt auf neue Arzneimittel gegen Krankheiten aus, die vor allem ältere Patienten betreffen.
Dazu zählen vor allem Herzinfarkt, Schlaganfall, Diabetes, Alzheimer-Demenz und Krebs. "Unternehmen, die bei diesen Krankheitsbildern substanzielle Verbesserungen für Vorbeugung und Therapie auf den Markt bringen können, werden sicher zu den führenden Unternehmen in der künftigen Gesundheitswirtschaft zählen", ist sich Throm sicher.
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