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Aschenputtel Azubi – Putzfrau der Station?

Aschenputtel Azubi – Putzfrau der Station?

Die Erniedrigungen gingen weiter...

Heilberufe 2010

Eine provozierende Frage. Keine und keiner von uns hat etwas dagegen, im Stationsalltag mit vielen kleinen Handgriffen zu helfen. Aber die Ausbildung sollte nicht darunter leiden.

Erster Tag auf einer neuen Station. Statt einem „Herzlich willkommen“ tönte mir an diesem Morgen zuerst die Frage entgegen: „Bist du sicher, dass Du bei uns eingesetzt bist?“ Als dies vom Dienstplan bestätigt wurde, hörte ich: „Toll, endlich wieder eine Hilfskraft!“

Kannst Du das denn schon?

Nach fast drei Jahren Ausbildung hatte ich schon einiges erlebt und ließ mich weniger abschrecken als noch zu Beginn.

Aber diese Begrüßung gab mir doch wieder den Rest – oder sagen wir eher: das, was danach folgte.

Statt einer strukturierten Bettenrunde ging jeder allein los. Ja, die eine Schwester maß Temperatur, die nächste Puls und ich durfte Blutdruck messen. Natürlich nur nach der üblichen Frage: „Kannst Du das denn schon?“

Kurz danach wurde ich in die Spüle verbannt, um die Waschschüsseln zu säubern. Ich ließ mir etwas Zeit – genoss die Ruhe, auch wenn aus dem Schieberautomaten eine gewisse Geruchsbelästigung nicht zu verleugnen war. Doch schon wenig später hörte ich: „Sind die Müllsäcke schon rausgebracht?“, „Hast du den Buffettwagen schon fertig?“ und „Du kannst jetzt den Spüler ausräumen!“

Kann oder muss? Ich will mich nicht beklagen. Ich hatte bisher eine tolle Ausbildung. Habe meine hauswirtschaftlichen Fähigkeiten immer mehr verfeinert. Wer weiß, wozu das mal gut ist in meinem Berufsleben als Krankenschwester …

Zurück zum ersten Tag auf der neuen Station: Gegen 9.00 Uhr durfte ich meine Pause machen – allein. Genau 30 Minuten. Dann kamen die Schwestern und ich wurde in die Kanzel verbannt, um zur Klingel zu gehen. Die Damen saßen dann übrigens gemütlich eine Stunde beisammen … Die Erniedrigungen gingen weiter: Selbstverständlich bekam ich eine Stationsführung, aber nicht ohne gleichzeitig einen Putzplan in die Hand zu bekommen, welche Betten und Schränke an welchem Tag zu putzen wären.


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  • Foto072_max50

    hörnchen

    20 Kommentare

    Ich muss selbst zugeben, dass es von Haus zu Haus & von Station zu Station unterschiede gibt...
    selbst wer mit wem in einer Schicht ist....
    auf einer Station bekam ich die Pat. wenigstens morgens beim"durchgehen" mal zu Gesicht....sonst befand ich mich nur putzender weiße im Pflearbeitsraum/Dienstzimmer oder auf dem Flur zum Bettenauswaschen, damit die Bettenfrauen auch mal pause machen konnten...
    oder musste irgendwelche Sinnlosen Sachen sortieren.....selbst das Dienstzimmer der Stationsschwester sollte von uns geputzt werden......aber wehe es ging nicht alles schnell genug und die Ärzte waren auf dem Weg zur Visite o. wussten nicht warum, welcher Pat. was hat(durften aber nicht während der Übergabe bei sein....sollten Kaffee verteilen/schonmal messen oder Urine ausleeren)DIESE STATION HABE ICH GEHASST!!!Aber daür hat man wiederum Stationen wo die Schwestern sagen"setzt dich, trink was..oder ich geh/mach schon".....
    ich habe aufjedenfall gelernt, sowas nicht mit zukünftigen Schülern zumachen!!!!

  • Photo_user_blank_big

    Madera

    2 Kommentare

    Hallo

    Ich hab leider ähnliches auch erlebt...nur noch viel schlimmer.Sicher war es nicht auf jeder Station so in dem Krankenhaus in dem ich gelernt habe aber auf 2 Stationen von insgesamt 7 war es die Hölle.Da ging es aber schon um Mobbing.Hab mit meiner Mentorin gesprochen,mit dem Team und schließlich mit der Schule.Mir als "kleine Azubine" hat man leider keinen Glauben geschenkt oder wollte nicht.Also hatte ich auch keine Chance.In der ersten praktischen Prüfung hat man mich sogar durchfallen lassen.Vorher kaum Infos bekommen und dann eine soo kranke Patientin,die schon ins Einzelzimmer zum sterben gelegt wurde!!!Ich war aber so dämlich damals und hab nur geduckmäusert weil ich Angst hatte,das wenn ich den Mund aufgemacht hätte,sie mich rausgeschmissen hätten!Heute würde ich den Mund aber gewaltig aufreißen bei soviel Demütigung.Naja,ich habs überstanden heute.Hab in der 2. praktischen sogar mit ner Note 2!!!!! bestanden.Komisch oder?Mündlich und Praktisch waren kein Problem.
    Vor meiner 2.Praktischen Prüfung wurde ich auf Intensiv eingesetzt und die Pfleger und Schwestern waren dort so super lieb.Haben mir die Unsicherheit genommen,mich aufgelockert, mir Mut zugesprochen und haben mit mir sehr viel gezeigt und auch machen lassen.Diese hatten nichts an mir auszusetzen:)Haben sogar gesagt,sie werden an mich denken während der Prüfung und ne Kerze anzünden.Das hat mich so stark gemacht endlich mal akzeptiert worden zu sein:)))
    Kurzum:Es gibt leider Schwestern,die schlicht und einfach Faul sind und die Schüler/innen für sich rennen lassen.Es sind aber nicht alle so.Es gibt gottseidank auch noch andere .
    Ich wäre dafür das man sowas wie nen "Krankenhausdetektiv" hätte,der heimlich beobachtet und nach bestimmten Fällen die Pfleger/innen direkt offen darauf anspricht.Ich glaub,nur so kann man sicher gehen,das in der Pflege alles richtig läuft...............

  • 3_max50

    tina_ch

    24 Kommentare

    Von meiner Ausbildung her kenne ich ähnliches aber das war noch in der Steinzeit.

    Wo ich jetzt arbeite macht jeder so gut wie alles. Ob Schüler oder Diplomierte. Jeder putzt mal und jeder macht arbeiten die er nicht gerne tut. Sogar die Schüler lernen das sie auch Tätigkeiten abdeligieren dürfen und ebenfalls auch *nein* sagen.

    Sicher wem ich zu bestimmten Zeiten mal alleine mit Schülern bin muss ich diese schicken, da ich meine Abteilung nicht verlassen darf. Aber ansonsten ist es recht ausgewogen.

    Anders bei den FAGE schülern (Fachangestellte Gesundheit...die eher den Service etc machen)
    Bei diesen ist es so, das es einfach ihr Job ist Hauswirtschaft und dergleichen zu erledigen. Auch Messungen oder Blutabnahmen. Und selbst da werden sie nicht rumgejagd oder anders behandelt.

    Und alles in allem läuft das sehr gut bei uns.

  • Photo_user_blank_big

    tergenna

    2 Kommentare

    Da habe ich mich auch geärgert. aber das dollste war ja, kaum hatten die Schülerinnen ihr Examen machten sie es genauso. Obwohl sie sich 8 Tage vorher noch darüber geärgert hatten. Annegret

  • Sdc10842_max50

    Pflegeadler

    4242 Kommentare

    Wenn das so Schule macht,durch Mundpropaganda etc,weitergegeben wird,braucht man sich erst Recht nicht zu wundern,wenn zusätzlich zu den schon vorhandenen schweren Arbeitsbedingungen und dem schon bestehenden Personalmangel,manch einer schon während oder nach der Probezeit resigniert und sagt,nein danke.!

  • Bearb_max50

    Elerina

    16 Kommentare

    leider ist diese darstellung wirklich nicht untertrieben. ich bin im dritten lehrjahr und hab noch nie ne patientengruppe betreut, weil ich ja andere aufgabenbereiche hab, betten schieben und schränkchen waschen. viele der tätigkeiten, die ich mache gehören selbstverständlich dazu, aber so etwas wie "schüleraufgaben" gibt es nicht!!!!!!!!!!!!!! wenn keine schüler da sind, wer macht die arbeit dann??????

  • Dsc02185_max50

    CartitasKirsche

    2 Kommentare

    Boar krass aber sowas kommt mir bekannt vor =)

  • Photo_user_blank_big

    Pamuk

    10 Kommentare

    Schawester - es tut mir leid, es ist nicht übertrieben! Solch ein "Ausbildungssystem" habe ich ähnlich erlebt. Was allerdings hübsch war, in den Altenheim in dem ich begonnen habe, war ich die ersten 3 Monate in der Küche eingesetzt. Ich habe mir dann einen neuen Ausbildungsplatz gesucht!

  • Thats_me_max50

    Schawester

    126 Kommentare

    Meiner Meinung nach gibt es sicherlich solche abschreckende Fälle, aber in der Regel ist es sicher anders. In unserem Haus habe ich solch eine Situation jedenfalls noch nicht zu Ohren bekommen und in dem Haus in dem ich gelernt habe, gab es sowas auch nicht. Bißchen übertrieben. Aber vermutlich sollte es das auch sein.

  • Richardmetze_max50

    Richard

    104 Kommentare

    Das ist aber nicht überall so! Sicherlich ist man als Schüler das letzte Glied in der Kette, im 1.Jahr so wie so, aber damit sollte man umgehen können. Sicherlich ist der Erste Tag immer etwas komisch, weil man sich gegenseitig noch nicht kennt und die Fähigkeiten und Verlässlichkeit des Schüler erstmal kennenlernen muss. Ich würde mich da an den Praxisanleiter/-in wenden und mit ihm/ihr das weitere Vorgehen des Praxiseinsatzes absprechen.

  • 1-11_max50

    precious21

    34 Kommentare

    :-) Das richtige Lernen fängt eh erst nach der Ausbildung an. Im Grunde war dieser Tag ja kein verlorener -> man könnte z.B. lernen sich im Team durchzusetzen, auch als Azubi. Im 3. Lehrjahr hätte ich mir sowas nicht mehr gefallen lassen. Meistens bekommt man da auch Unterstützung von den Ärzten, wenn man fragen zu speziellen Tätigkeiten oder Diagnosen hat. Ich hätte mich bei solchem Benehmen des Team zumindest an die Schule weitergewandt. Finde ich wirklich schade, dass manche Kolleginnen und Kollegen so mit unserem Nachwuchs umgehen.

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